Konflikte in der Stadtteilarbeit

Strukturen besser verstehen: Wie wir Rollen klären und Handlungsspielräume stärken

17. Juni 2026
10.00 bis 16.30 Uhr
Pöge Haus
Hedwigstr. 20, 04315 Leipzig

Viele Engagierte in Stadtteilarbeit, Soziokultur und Bildungsarbeit sind mit massiven strukturellen Problemen konfrontiert. Oft werden diese Herausforderungen personalisiert, was zu Ohnmacht, Überforderung und der Frage nach der eigenen Rolle führt. Im Seminar werden diese Konflikte systematisch eingeordnet, die eigene professionelle Rolle geschärft und Wege konstruktiver Konfliktbearbeitung praktisch erprobt – für mehr Orientierung und Handlungssicherheit im Arbeitsalltag.

Zielgruppe
Das Training richtet sich an Haupt- und Ehrenamtliche aus den Feldern Stadtteilarbeit, Soziokultur, Integrations-, Bildungs- und Begegnungsarbeit
Seminarssprache
Die Arbeitssprache ist Deutsch. Sollte es diesbezüglich Hürden geben, sagt uns gern Bescheid.
Trainer*innen
Lukas Perka und Lena Spiecker
Teilnahmebeitrag
60 Euro (regulär / Organisationen)
35 Euro (ermäßigt / nach Selbsteinschätzung)
Wir möchten allen eine Teilnahme ermöglichen – bitte prüft, welcher Betrag für Euch möglich ist und sprecht uns an bei finanziellen Hürden.
Verpflegung
Gemeinsame vegane Mittagsverpflegung vor Ort möglich (optional)
Anmeldung
Über unser Kontaktformular

Wer in der Stadtteilarbeit, der Soziokultur oder der Bildungsarbeit aktiv ist, ist täglich von Konflikten umgeben – seien es die Themen, die die Klient*innen herantragen oder die Spannungen, die im Team durch unsichere Strukturen entstehen. Strukturelle Probleme wie Diskriminierung, Armut oder Wohnungsnot werden zu persönlichen Anliegen: Engagierte wollen – auch dort, wo ihr Einfluss begrenzt ist – unterstützen und Lösungen finden. Doch das kann leicht zu einem Gefühl von Ohnmacht führen. Dazu kommen meist hohe und teils widersprüchliche Erwartungen von Klient*innen, Trägern und Förderlogiken. In der Folge erleben viele Engagierte große innere Spannungen und Erschöpfung und fragen sich in der Folge oft nach dem Sinn ihrer Arbeit.

Im Workshop werden diese Spannungen aufgegriffen und gemeinsam bearbeitet. Dazu betrachten wir Fallbeispiele aus eurer Praxis und gewinnen ein tieferes Verständnis eurer Herausforderungen und Konflikte: Welche Anteile sind strukturell bedingt, welche werden im Alltag personalisiert – und wo liegt euer konstruktiver Handlungsspielraum? Darauf aufbauend rücken wir dann eure professionelle Rolle in den Fokus. Oft sind Engagierte zugleich Unterstützer, Aktivistinnen, Verwaltungspartnerinnen oder Vertrauenspersonen. Wir arbeiten mit euch heraus, welches Mandat ihr formal habt, welche zusätzlichen und abweichenden Erwartungen euch in der Praxis begegnen und wo in dieser Gemengelage Platz für euren eigenen Antrieb ist.

Ziel ist es, eure Verantwortung klarer zu bestimmen, eure Konfliktbearbeitungs-Kompetenz zu steigern und so Spielräume realistischer zu fassen. Praktische Übungen zum Umgang mit eigenen Grenzen und Zielen bilden zum Abschluss den Transfer in euren Arbeitsalltag.

Im Workshop arbeiten wir zu diesen Themen vornehmlich mit Modellen und erfahrungsorientierten Methoden aus dem ATCC-Ansatz. Mehr über unseren Arbeitsansatz könnt ihr außerdem hier erfahren!

Die Veranstaltung ist Auftakt einer 6-teiligen Seminarreihe des Projektes Konflikte lokal bearbeiten, demokratische Werte stärken in Kooperation mit dem Konzeptwerk Neue Ökonomie.